Day 4: Auxonne-Dijon (Dijon-Tour)

Es ist noch dunkel, als wir heute um 7:00 Uhr wieder auf unserem schönen Plätzchen das Frühstück einnehmen.

Frühstück im Hotel du corbeau, Auxonne.

Wir wollen zeitig losfahren, da gegen Mittag Regen angekündigt ist. Auxonne liegt an der Saône, wie wir erst kurz nach unserer Abfahrt um 8:15 Uhr bemerken.

Fahrradweg an der Saône bei Auxonne

Wir folgen nun einige Kilometer diesem schönen Fluss, der träge dahin fliesst und kommen gut vorwärts an diesem windstillen und etwas wolkenverhangenen Morgen. Auch ein umgestürzter Baum, der quer auf dem Fahrweg liegt, kann uns nicht aufhalten.

Hindernis auf der Fahrradroute

Bei zwei Dörfern, die wir durchqueren, fallen uns verkehrt montierte Ortsschilder auf; wir denken, dass da wohl jemand eine Schnapsidee umsetzte.

Ortsschild einmal anders

Wie wir abends herausfinden, sind die umgedrehten Ortsschilder aber Ausdruck von Bauernprotesten gegen eine schlechte Agrarpolitik (zuviel Bürokratie, widersprüchliche Auflagen, steigende Kosten und eine aus ihrer Sicht ruinöse Umwelt- und Wirtschaftspolitik).
Unerwarteterweise gelangen wir heute wieder auf die Euro-Velo-Route 6, die wir gestern wegen dem Abstecher nach Auxonne verlassen hatten. Auch treffen wir wieder auf den Rhein-Rhone-Kanal, der hier in die Saône mündet.

Rhein-Rhone-Kanal mündet in die Saône

Wenig später beobachten wir eine Gruppe Jugendlicher, die etwas ziellos mit Kajaks auf der Saône herumpaddelt – wohl eine Klassenlageraktivität, nehme ich an.

Kajaks auf der Saône

Bei Saint-Jean-de-Losne überqueren wir die Saône.

Saint-Jean-de-Losne

Darauf queren wir ein Areal, wo alte Schiffe renoviert und wahrscheinlich auch abgewrackt werden.

Hafen bei Saint-Usage

Danach gelangen wir an den Kanal de Bourgogne, der uns schnurgerade bis nach Dijon führt.

Canal de Bourgogne

Dieser Kanal führt aber kaum mehr Wasser und eine Schifffahrt ist hier nicht möglich. 

Wir machen keine Pause und fahren die rund 50 km durch, um zu vermeiden, nass zu werden. So treffen wir schon vor 12:00 Uhr in Dijon, unserem Tourziel, ein.
Eine sehr schöne Tour endet somit problemlos und ohne einen einzigen Regentropfen. Wir sind sehr froh darüber und freuen uns auf einen freien Tag in Dijon.
Bevor wir in unserem Hotel einchecken können, vertreiben wir uns die Zeit bei Kaffee und Kuchen und einem Kleider-Shopping in der Altstadt von Dijon.
Im Hotel erwartet uns eine kleiner Spabereich mit Schwimmbad, Whirlpool und Dampfbad, den wir sogleich besuchen.

Auf dem Weg zum SPA (Sanus per aquam – gesund durch Wasser – wieder was gelernt!)

Etappe 4: Auxonne – Dijon
Distanz: 51 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 16.4 km/h
hinauf: 120 m
hinab: 60 m
Übernachtung im Hôtel Du Corbeau, Auxonne

Screenshot

Nachtrag:
Am 5. Tag unserer Reise besichtigen wir Dijon, eine geschichtsträchtige Stadt mit ca. 160’000 Einwohnern. Auf dem Programm standen der „Eulenweg“, auf dem man an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeikommt, das musée des beaux-arts und der Herzogspalast. Hier einige Impressionen dieser Stadt:

Blick aus einem Fenster des musée des beaux arts

Im musée des beaux arts

Eglise Notre-Dame

In der Innenstadt von Dijon

Day 3: Besançon – Auxonne (Dijon-Tour)

Heute finden wir uns etwas später beim Frühstück ein als am Vortag. Es ist schliesslich etwa 8:30 Uhr, als wir zu unserer nächsten Etappe aufbrechen. Bald schon sind wir wieder am Rhein-Rhone-Kanal, wo wir gerade Zeuge werden, wie ein Hausboot in einer Schleuse angehoben wird. Wir haben bisher noch kaum Boote in Fahrt gesehen, weshalb ich dies natürlich fotografisch festhalte.

„Action“ bei einer Schleuse

Es ist ein wunderschöner Morgen und wir geniessen die Fahrt dem Doubs entlang.

Am Ufer des Doubs

Der Rhein-Rhone-Kanal ist entweder im Fluss Doubs „integriert“ oder hat sein eigenes Bett etwas abseits. So staunen wir über ein Kanaltunnel, welches eine Flussschlaufe abschneidet.

Kanaltunnel

Da unsere heutige Etappe eher kurz ist, machen wir schon bald eine kleine Pause und wärmen uns an der Sonne auf.

Kurze Pause

Es herrscht wieder Prachtswetter, so dass wir die heutige Etappe richtig geniessen können.

Radweg am Doubs

Für die Mittagspause suchen wir ein schattiges Plätzchen; wir wollen nicht wieder gegrillt werden wie am Vortag.

Unser Mittags-Rastplatz im Schatten

In der Folge fahren wir wieder ein Stück dem Kanal entlang.

Radweg am Rhein-Rhone-Kanal

Nach etwa 45 km Fahrt verlassen wir die Velo-Euro-Route 6 und biegen nach rechts ab.
An dieser Stelle sticht mir ein Kleinflugzeug ins Auge, welches in einem Garten steht.

Flugzeug im Garten

Nun geht’s eine Zeit lang aufwärts. Als wir oben sind, erblicken wir einen auffälligen Stein, der am Strassenrand steht. Es handelt sich um ein römisches Grabmal, welches hier aber nur als Faksimile da steht und aus Kunststoff nachgebildet wurde, wie ich auf der daneben stehenden Infotafel lese.

Stèle funeraire

Die darauf folgende Abfahrt ist herrlich und so kommen wir unserem Ziel schnell näher.

Abfahrt Richtung Auxonne

Das Städtchen, welches wir ansteuern, heisst Auxonne. Wir erreichen es schon um 14:15 Uhr und haben Glück, dass unser Hotelrestaurant geöffnet ist, denn so können wir unser Zimmer schon beziehen.
Auxonne ist ein hübsches Städtchen mit 7500 Einwohnern.

Auxonne

Unser Hotel liegt gleich neben der eindrücklichen Kathedrale, welche im 13. Jahrhundert erbaut wurde.

Kathedrale von Auxonne

Wir besichtigen auch das Innere und sind beeindruckt.

Innenraum der Kathedrale von Auxonne

Vor dem Abendessen sitzen wir noch eine Weile draussen auf der Hotelterrasse. Ich schreibe hier meinem Blog und meine Tochter ist fleissig über WhatsApp am Kommunizieren.

Drinnen lassen wir uns dann von der hervorragenden Küche verwöhnen.

Nachtessen im Restaurant Hôtel Du Corbeau, Auxonne

So endet ein ausserordentlich schöner Tag auch kulinarisch äusserst zufriedenstellend.

Etappe 3: Besançon – Auxonne
Distanz: 68 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.9 km/h
hinauf: 270 m
hinab: 330 m
Übernachtung im Hôtel Du Corbeau, Auxonne

Screenshot

Day 2: Montbéliard-Besançon (Dijon-Tour)

Heute reisst uns der Wecker schon um 6:00 Uhr aus dem Schlaf. Wir möchten früh losfahren, da wir eine lange Etappe vor uns haben. Vorher aber geniessen wir ein fantastisches Frühstück mit verschiedenen Käsesorten, Früchten und allerlei weiteren Köstlichkeiten.
Es wird dann aber fast 8:15 Uhr bis wir endlich losfahren. Es ist ziemlich kühl an diesem nebeligen Morgen, das Thermometer zeigt 13°.

Am Rhein-Rhone-Kanal bei Montbéliard

Schon bald sind wir wieder auf der Fahrradroute, die uns entweder dem Doubs oder dem benachbarten Kanal entlang gegen Süden führt. Glücklicherweise vertreiben schon bald die ersten Sonnenstrahlen den morgendlichen Nebel und es wird spürbar wärmer.

Erste Sonnenstrahlen

Anders als am Sonntag sind wir heute fast alleine unterwegs. Nur selten begegnen uns andere Fahrradfahrer.
Auch ist diese Gegend sehr spärlich besiedelt, so dass wir sehr viel Natur um uns herum sehen. Ein interessanter Ort, den wir durchfahren, ist Isle-sur-le-Doubs, welches von zwei Armen des Doubs umgeben ist.

Blick auf den Doubs bei Isle-sur-le-Doubs

Meist fahren wir dem Doubs entlang, aber manchmal entfernen wir uns etwas von diesem Fluss und durchfahren höher gelegene Bauerndörfer.

Schöne Aussicht bei Roche-les-Clerval

Da wir lange Zeit keinen grossen Hunger verspüren, machen wir erst um 12:00 Uhr unseren ersten grösseren Halt auf einem Bänkchen an der prallen Sonne.

Mittagshalt

Da an diesem Ort die Sonne wie im Sommer niederbrennt, brechen wir aber sehr bald wieder auf – machen aber bald wieder einen kleinen Halt in einem Garten-Restaurant am Weg und und löschen unseren Durst.
Die restlichen 25 km schaffen wir dann mit müde gewordenen Beinen und treffen nach rund 90 km Fahrt um 15:00 Uhr in Besançon, unserem Etappenziel ein.

Ankunft in Besançon

Wie üblich schlendern wir nach der erfrischenden Dusche noch ein wenig im schönen Besançon herum und geniessen den sommerlichen Abend.

Sightseeing in Besançon

Nach dem Nachtessen in einem italienischen Restaurant gleich neben dem Hotel ziehen wir uns in unser Zimmer zurück; ich schreibe meinen Blog während meine Tochter Social-Media-Zeit verbringt. Ein ausserordentlich schöner Tag neigt sich somit dem Ende entgegen.

Etappe 2: Montbéliard – Besançon
Distanz: 94 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 17.1 km/h
hinauf: 200 m
hinab: 280 m
Übernachtung im Hotel de Paris, Besançon

Screenshot

Day 1: Mulhouse-Montbéliard (Dijon-Tour)

Die diesjährige Herbsttour starten wir in Mulhouse. Wie schon im Sommer begleitet mich meine Tochter, weshalb ich wieder ein attraktives Tourziel ausgewählt habe. Es ist Dijon, die Hauptstadt vom Burgund, die wir beide noch nicht kennen. Da wir an diesem Sonntagmorgen mit dem Zug von Zürich angereist sind, fahren wir erst um 11:30 Uhr in Mulhouse los. Das Wetter ist angenehm, der Himmel etwas bewölkt und die Temperatur zeigt 16° an.
Gleich beim etwas schmuddeligen Bahnhof von Mulhouse lotst uns Komoot auf die Euroroute 6, die an diesem Abschnitt dem Rhein-Rhone-Kanal entlangführt.

Rhein-Rhone-Kanal in Mulhouse

Es sind viele Sonntagsausflügler auf den Beinen an diesem Tag – zu Fuss, mit dem Fahrrad oder sitzenderweise beim Fischen. Uns fällt auf, dass die Fischerei eine rein männliche Beschäftigung ist. Den Frauen ist es wohl zu langweilig, den ganzen Tag alleine auf einem Stuhl zu hocken und zu warten, bis ein Fisch anbeisst.

Rhein-Rhone-Kanal

Nach ca. einer halben Stunde Fahrzeit fällt uns ein schlossähnliches Gebäude auf, das sich der anderen Seite des Kanals befindet.

Zillisheimer Gymnasium

Es wurde von einem Bischof von Strassburg im Jahre 1866 gegründet, wie wir kurz darauf auf einer Schautafel lesen können.
Nach gut einer Stunde Fahrzeit machen wir Mittagsrast und essen unsere mitgebrachten Brötchen.

Mittagsrast

Es ist mittlerweile ziemlich warm geworden, so dass wir unsere Pullover ausziehen und kurzärmlig weiterfahren.

Prägend an der Fahrt den Kanal entlang sind die vielen Schleusen, mit denen Höhe gewonnen wird. Und manchmal ist der Kanal von grünen algenartigen Pflanzen überzogen, so dass man das Gefühl hat, dass hier keine Schiffe mehr durchfahren. Trotzdem gibt es Stellen, an denen Schiffe (zumeist Hausboote) vertäut sind.

Hausboote

Wir kommen gut vorwärts, da uns auch der Wind günstig gesinnt ist und abgesehen von den kleinen Aufstiegen bei den Schleusen die Etappe flach ist.
So erreichen wir gegen 15:30 Uhr unser Ziel Montbéliard.

Altstadt von Montbéliard

Obwohl die heutige Etappe ziemlich kurz war, sind wir müde und legen uns nach der Dusche schnell hin, um uns etwas zu erholen.
Die Suche nach einem Restaurant gestaltet sich etwas später als schwierig. Das kleine Städtchen ist wie ausgestorben an diesem Sonntagabend und fast alle Restaurants haben geschlossen. Zum Glück finden wir eine Bar die Flammkuchen bäckt. So lassen wir uns dort nieder und geniessen den kleinen Snack; für meine Tochter wird sogar extra ein speckloser Flammkuchen zubereitet

Flammkuchen in der Bar Clemenceau

Nachher schlendern wir noch ein bisschen in der Altstadt herum und wundern uns, wie wenig hier läuft – ich erinnere mich dabei an die Oper „die tote Stadt“, die ich vor nicht allzu langer Zeit im Opernhaus Zürich besucht habe.

„Die tote Stadt“

Bald schon sind wir wieder im Zimmer, wo ich meinen Blog schreibe, der diesmal etwas unspektakulär daherkommt.

Etappe 1: Mulhouse – Montbéliard
Distanz: 56 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 16.8 km/h
hinauf: 150 m
hinab: 70 m
Übernachtung im Hotel de la Balance, Montbéliard

Screenshot

Day 3: Going-Salzburg (Salzburg-Tour)

Heute fahren wir wegen spätem Frühstück erst um 8.45 Uhr los und verlassen den Touristenort Going am Wilden Kaiser. Es ist schon sehr warm, aber auch leicht gewittrig. Der Weg führt uns zuerst ca. 10 km abwärts, was ein sehr angenehmer Start ist.

Fahrradroute durch den Wald, in der Nähe von Going

Als wir St. Johann im Tirol durchfahren, werden wir Zeuge einer Open-Air-Trainingseinheit von zwei Jugend-Blasmusikkappellen. Sie üben gerade das Marschieren im Rhythmus des Trommlers.

Marschtraining

In der Folge fahren wir einige Kilometer der Grossache entlang.

An der Grossache

Darauf biegen wir rechts ab und nehmen den grössten Anstieg des Tages in Angriff. Der Anstieg ist aber weniger schlimm als befürchtet und führt uns meist im Schatten auf eine Anhöhe, von der man einen schönen Ausblick Richtung Osten hat.

Passhöhe in der Nähe von Waidring

Die darauffolgende Abfahrt führt einem lustig rauschenden Flüsslein entlang und ist sehr schön – so wie auch die touristische Ortschaft Lofer, die wir durchqueren.

Ortskern von Lofer

Hier gelangen wir an die Saalach, der wir nun folgen.

Blick auf die Saalach

Der Fahrradweg diesem Fluss entlang gehört zu den schönsten, die ich jemals befahren habe.

Der Saalach entlang

Da um die Mittagszeit in dieser Region heftige Gewitter angesagt sind, sind wir ohne Pause 46 km durchgefahren; vor dem grossen Regen machen wir deshalb noch eine kurze Mittagspause unter einem grossen Baum und essen unsere Brote.

Mittagspause

In der Zwischenzeit sind dunkle Wolken aufgezogen, weshalb wir schnell weiterfahren, in der Hoffnung dem Unwetter zu entrinnen.

Dunkle Wolken

Wenig später kündigen heftige Böen ein Unwetter an. Gerade als die ersten grossen Tropfen fallen, können wir uns unter ein grosses Dach eines Unterhalthäuschen retten – was für ein Glück.

Unwetter

Wir haben nur unsere Regenjacken dabei, weil wir nicht mit einem Unwetter gerechnet haben. So warten wir über 20 Minuten bis das Schlimmste vorbei ist und fahren dann trotz anhaltendem Regen weiter.

Bereit für die Weiterfahrt

Das Radeln im Regen hat auch seinen Reiz und wir kommen dank guten Strassen und Fahrradwegen gut vorwärts, und als wir unser Ziel, das Hotel Leopoldskron erreichen, scheint schon fast wieder die Sonne. Nur die triefend nassen Schuhe erinnern uns an das Unwetter.

Ankunft beim Hotel Schloss Leopoldskron

Das Hotel Schloss Leopoldskron liegt etwas ausserhalb von Salzburg in einer herrlichen Parkanlage an einem kleinen See mit wunderbarer Aussicht auf die Berge.

Hotelanlage mit Aussicht

Als wir uns zu Fuss zum Nachtessen in ein nahegelegenes Restaurant aufmachen, haben wir einen tollen Blick auf die Festung Hohensalzburg.

Festung Hohensalzburg

Ich bin froh, dass wir unser Tourziel heil erreicht haben – es war eine kurze, aber schöne Tour. Salzburg werden wir am morgigen Tag erkunden (ich kenne es schon ziemlich gut, mein Tochter ist das erste Mal hier) und dann am Donnerstag wieder nach Zürich zurückfahren.

Gespannt bin ich auf das morgige Frühstück, welches im Schloss in einem Prunksaal eingenommen wird, während das eigentliche Hotel in einem separaten neueren Gebäude untergebracht ist.

Herzlichen Dank für die Feedbacks und Likes auf meine Etappenberichte, ein besonderer Dank geht an meinen Dichterfreund, der mir zu dieser Tour auch wieder ein Gedicht geschrieben hat (veröffentlicht Zum Schluss dieses Beitrages).

Nachtrag: Da das Schloss Leopoldskron u. das dazugehörige Hotel (in Nebengebäude) aussergewöhnlich sind und Hotelgäste freien Zugang zu den Schlossräumen haben, hier noch ein paar Bilder:

Schloss Leopoldskron

Frühstück im Prunksaal

Morgen-Yoga vor dem Schloss Leopoldskron (Blick vom Schlossbalkon)

Schlossbibliothek

Etappe 3: Going – Salzburg
Distanz: 80 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 17.3 km/h
hinauf: 400 m
hinab: 750 m
Übernachtung im Hotel Schloss Leopoldskron

Screenshot

Radler on Tour
Unser Radler ist on Tour
allerdings drei Tage nur
Sie ist heuer eher klein,
doch verdankenswerterweise
teilt die Tochter diese Reise.
So ist’s schöner als allein.

Für den Einstand zu Beginn
folgen sie dem Flusse Inn.
Wasser läuft ja kaum bergauf –
das spart Kräfte, lockert Waden,
s fährt sich leicht. Auf den Geraden
kommt man nicht mal aus dem Schnauf.

Diesmal sind’s nicht Berges Tücken,
Regenschauer, Schmerz im Rücken
oder sonstige Tortur.
Nein, nur Hitze, Schweisseswellen
könnten Euch die Freud vergällen
an der Kultur-Velotour.

S goldne Dacherl spendet Schatten,
Innsbrucks Gassen immer hatten
ihren ganz besondern Reiz.
Schattig sind auch Salzburgs Gärten
(welche ins Programm gehörten!)
und den Durst löscht jede Beiz.

Darum wünsch ich für Euch beide
dreier Tage pure Freude
und die Freiheit peu è peu
von des Alltags Sorgenfalten
und Problemchen abzuschalten. –
Und dazu stets Luft im Pneu!

(A. Hux)

Day 2: Innsbruck-Going (Salzburg-Tour)

Am zweiten Tag unserer Salzburg-Tour sind wir pünktlich um 06.30 Uhr im Frühstücksraum – wir sind die ersten; nach dem Motto «der frühe Vogel fängt den Wurm». Wir geniessen ein tolles Frühstück und brechen bald danach zu unserer 2. Etappe auf.

Dem Inn entlang bei Innsbruck

Es ist angenehm kühl an diesem Montagmorgen und wir staunen wie viele Velofahrer schon unterwegs sind zu dieser Uhrzeit. Wir brechen ein forsches Tempo an und kommen gut vorwärts; kein Wunder, denn es geht topfeben dem Inn entlang und wir haben auch (anders als am Vortag) keinen lästigen Gegenwind.

Überquerung des Inn in der Nähe von Schwaz

Als wir nach rund 45 km an der Veloroute ein Biker-Café entdecken, stoppen wir, ein Kaffeehalt ist nämlich überfällig, denn wir sind bis jetzt non-stop durchgefahren.

Kaffeehalt

Wir sind froh, dass wir auf der Weiterfahrt oft schattige Abschnitte haben, denn es ist in der Zwischenzeit merklich wärmer geworden. Als wir wieder einmal den Inn überqueren, erblicken wir auf der anderen Seite ein stattliches Gebäude. Es ist das ehemalige Augustinerkloster Rattenberg, welches heute ein Museum ist.

Augustinermuseum Rattenberg

Leider gibt es aber auch Abschnitte, wo man der sengenden Sonne ausgesetzt ist, wie hier.

Innradweg in der Nähe von Wörgl

Bei Wörgl verlassen wir den Inn-Radweg und biegen nach rechts ab, wo’s Richtung Kitzbühel und Ellmau geht. Die Strasse steigt nun an und es geht in die Berge. Hier hatte ich mich vor Jahren auf der Wien-Tour fürchterlich verfahren (noch ohne Komoot) und deshalb passe ich wie ein «Häftlimacher» auf, damit ich die richtige Abzweigung nicht verpasse.
Wir folgen zuerst einem kleinen, lustig dahin fliessenden Flüsslein, der Brixentaler Ache, bei der wie an einem schönen, schattigen Plätzchen unsere Mittagspause machen.

Mittagspause in der Nähe von Wörgl

In der Folge steigt die Strasse stark an, manchmal ist die Steigung so heftig, dass ich (im Gegensatz zu meiner sportlichen Tochter) vom Rad steige und es ein Stückchen schiebe. Ausserdem ist nun sehr heiss geworden, so dass mein Mund immer wieder austrocknet und ich immer wieder eine Trinkpause machen muss.
Landschaftlich ist die Gegend hier mit dem Kaisergebirge (wilder Kaiser) sehr schön.

Landschaft mit dem Kaisergebirge

Nach einem kurzen Trinkhalt in Sölle nehmen wir den letzten Anstieg nach Ellmau in Angriff. Mir macht die Hitze und die ansteigende Strasse ziemlich zu schaffen, ich merke, dass ich halt auch nicht mehr der Jüngste bin. Deshalb bin ich froh, dass wir um ca. 15.00 Uhr den höchsten Punkt unserer heutige Etappe geschafft haben.

Ellmau

Nun ist es nicht mehr weit zu unserer Pension in Going, wo wir übernachten werden. Dort angekommen stellen wir erfreut fest, dass unser Zimmer einen grossen Balkon mit Blick auf den Wilden Kaiser hat. Das ist toll.

Blick von unserem Zimmer auf den Wilden Kaiser

Wer mehr über den Wilden Kaiser und seine Geschichte erfahren möchte, findet mit folgendem Link interessante Infos:
https://blog.kufstein.com/de/mythos-wilder-kaiser.html

Den Abend lassen wir ausklingen mit einem feinen Essen im hoteleigenen Restaurant. Danach geniessen wir unseren tollen Balkon und ich vollende meinen Blog über einen weiteren schönen Tag.

Etappe 2: Innsbruck-Going
Distanz: 92 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.7 km/h
hinauf: 520 m
hinab: 310 m
Übernachtung in der Pension Alexandra, Going

Screenshot

Day 1: Imst-Innsbruck (Salzburg-Tour)

Die diesjährige Sommertour ist eine kurze nur. Sie führt in 3 Tagen von Imst nach Salzburg.

Der Tourstart ist beim Bahnhof Imst, den wir am heutigen Sonntagmorgen mit einer halben Stunde Verspätung mit dem Zug von Zürich kommend um 10.38 Uhr erreichen.

Tourstart beim Bahnhof Imst-Pitztal

Da mich dieses Jahr meine Tochter begleitet, habe ich eine kürzere Tour mit dem attraktiven Ziel Salzburg geplant.

Die Veloroute führt uns den ganzen Tag dem Inn entlang. Zu Beginn ist der Fluss ziemlich naturbelassen und wild.

Innradweg in der Nähe von Imst

Wenig später sehen wir Leute, die im Inn baden. Auch Riverrafting-Gruppen vergnügen sich auf dem Inn.

Riverrafting und Badende

Auch landschaftlich hat die heutige Etappe einiges zu bieten.

Blick Richtung Norden

Nach ca. 20 km fliesst der Inn nun begradigt daher, was nicht mehr so attraktiv ist. Auch führt die Radroute jetzt meist der Autobahn entlang, was die Idylle stört.
Schon längst wäre nun ein Mittagshalt fällig, aber es dauert einige Zeit, bis wir endlich ein schattiges Plätzchen am Inn finden, wo uns der Autobahnlärm nicht mehr stört.

Mittagspause am Inn

Wir essen unsere Brötchen, machen ein kurzes Nickerchen und brechen schon bald wieder auf, da es immer heisser wird und wir deshalb möglichst bald in Innsbruck, unserem ersten Etappenziel, eintreffen wollen.

Um drei Uhr erreichen wir unser heutiges Ziel und obwohl wir nur 60 km zurückgelegt haben, sind wir ziemlich müde und legen uns nach der Dusche etwas hin.

Blick vom Fenster unseres Hotelzimmers

Gegen Abend machen wir uns auf den Weg ins Zentrum von Innsbruck. Meine Tochter hat ein Restaurant entdeckt auf Google, wo es auch vegane Menus gibt. Auf dem Weg dorthin machen wir noch einige Fotos von Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt – unter anderem auch vom Goldenen Dachl.

In der Innenstadt von Innsbruck

Den Tag lassen wir auf der Gartenterrasse des Hotels bei einem Espresso ausklingen. Ein schöner Tag bei perfektem Wetter neigt sich dem Ende entgegen.

Etappe 1: Imst-Innsbruck
Distanz: 60 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 16.8 km/h
hinauf: 180 m
hinab: 320 m
Übernachtung im Austria Trend Hotel, Innsbruck

Screenshot

Day 4: Völkingen-Luxemburg (Luxemburg-Tour)

Die letzte Etappe meiner Frühlingstour nehme ich um 8 Uhr in Angriff. Es ist noch ziemlich kühl auf den ersten Kilometern und ich habe bald kalte Hände. Zum Glück scheint wieder die Sonne und es wird schnell ein bisschen wärmer.
Nach ca. 5 km gelange ich wieder auf den Saarradweg, der sehr komfortabel ist. Doch nach etwa 15 km signalisiert ein Fahrverbot, dass eine Umleitung gefahren werden soll. Ich fahre aber einfach weiter – der Strassenbelag ist abgehobelt, aber man kommt trotzdem einigermassen vorwärts, bis ich sehe, dass Baumaschinen den Weg versperren und mir ein Bauarbeiter entgegenkommt und erklärt, dass es gescheiter sei, die Umleitung zu befahren, weil der frische Asphalt die Pneus ruinieren würde

Kein Durchkommen Nr. 1

Das Argument überzeugt mich und ich fahre wieder zurück, um mit Hilfe von Komoot einen neuen Weg zu finden. Bald danach durchquere ich die Stadt Saarlouis, die geschichtlich sehr interessant ist.

Saarlouis

Hier stehe ich schon zum zweiten Mal vor einem Fahrverbot.

Kein Durchkommen Nr. 2

Auch da lässt sich mit Hilfe von Komoot einen alternativen Weg finden. Wieder an der Saar angelangt, staune ich über eine Gänsefamilie mit sieben kleinen Gänseküken, die emsig nach Futter suchen.

Grosse Gänsefamilie

Nach ca. 30 km verlasse ich den Saaradweg endgültig und biege links ab, um über einen ausgedehnten Hügelzug ins Moseltal zu gelangen. Die Steigungen hier sind ziemlich anstrengend, doch wird man, oben angekommen, mit einer tollen Aussicht in alle Richtungen belohnt. Der Weg führt hier oft der Grenze zu Frankreich entlang. An einem besonders schönen Plätzchen mache ich nach rund 40 km meine Mittagsrast und lege mich noch ein wenig auf die etwas kurz geratene Bank.

Mittagsrast (mit Blick auf Frankreich)

Bald schon folgt eine rassige Abfahrt ins Moseltal hinunter, welches rundum von Weinbergen umgeben ist.

Blick ins Moseltal

Unten angekommen erreiche ich im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg den Ort Schengen, der ja aufgrund des Schengener Abkommen (1985), welches Zollkontrollen aufhob zwischen europäischen Ländern, Berühmtheit erlangte.

Moselüberquerung bei Schengen

Ich bin das erste Mal in Luxemburg und staune, wie aufgeräumt alles wirkt. Auch die Häuser sind schön und gut unterhalten. Landschaftlich ist es ziemlich hügelig und die Fahrradroute ein Auf und Ab. Das zermürbt mich und ich fühle mich ein wenig ausgebrannt, weshalb ich gröbere Steigungen meist zu Fuss bewältige und das Fahrrad schiebe.

Landschaft in Luxemburg

Als wieder mal ein Fahrverbot meine vorgesehene Route verhindern will, bin ich wie immer mutig und fahr einfach durch und geniesse danach eine längere Abfahrt auf menschenleerer Strasse – bis ich Bagger und Baumaschinen sehe, die die ganze Strasse versperren. Kein Durchkommen auch hier. So ein Mist!

Kein Durchkommen Nr. 3

Bei einem Bauernhof kurz vor der Baustelle sehe ich einen Bauern, der an einem Traktor herumwerkelt und frage ihn, ob es eine gute Umleitung von hier aus gebe. Er meint (mit einem etwas eigenartigen Deutsch), ich müsste den ganzen Weg wieder zurück und eine andere Strasse nehmen, und der Umweg sei etwa 14 km und es gäbe keine andere Möglichkeit. Ich kriege die Krise, konsultiere darauf Komoot und glaube eine kürzere Umleitung zu entdecken, indem ich eine grössere Wiese überquere.

Route über Wiesen

Mein Plan funktioniert und dank einer frisch gemähten Wiese muss ich auch nicht hohes Gras niedertrampeln. Ich bin happy!
Nach diesem kleinen Abenteuer bin ich schon bald in der Agglomeration der Stadt Luxemburg und fahre dort durch einen schöne Parkanlage

Hesperpark  bei Hesperange

Wenig später sollte ich das Flüsschen Alzette überqueren, welches sich um Luxemburg herumschlängelt. Aber auch hier ist wieder kein Durchkommen

Kein Durchkommen Nr. 4

Dank Komoot finde ich auch hier einen alternativen Weg und erreiche gegen 16 Uhr den Ortsrand von Luxemburg.

Luxemburg, Ortsrand

Es dauert aber noch ein wenig, bis ich endlich die Innenstadt erreiche.

Vor der Innenstadt von Luxemburg

Das Hotel muss ich suchen, da Komoot etwas überfordert ist, mich direkt ans Hotel zu lotsen. Mit Google Maps klappt’s dann aber.

Ankunft beim Hotel Vauban, mitten im Zentrum von Luxemburg

Ich bin ziemlich fertig nach dieser welligen Etappe und lege mich nach der Dusche etwas hin, bevor ich mich auf die Suche nach einem Restaurant mache. Die Suche endet schnell, denn gleich vor dem Hotel hat’s ein italienisches Restaurant, wo ich mich niederlasse, ein feines Menu bestelle und meinen Abschlussblog schreibe.
Ich hatte enormes Wetterglück auf meiner diesjährigen Frühlingstour, es war jeden Tag sonnig und angenehm warm und die Etappen sehr schön und auch abwechslungsreich, also eine sehr empfehlenswerte Tour, auch wenn die Etappen fast ein wenig zu lange waren.
Vielen Dank für die Likes und Feedbacks, sogar ein Gedicht wurde mir gewidmet zu meiner Tour (das ist ja schon fast Tradition). Ihr findet es unten.

Etappe 4: Völkingen-Luxemburg
Distanz: 92 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 13.4 km/h
hinauf: 880 m
hinab: 840 m
Übernachtung im Hotel Vauban, Luxemburg

Screenshot

Gedicht zu meiner Luxemburg-Tour (A. Hux)
An den ersten freien Tagen
schwingt sich Bernhard sozusagen
fernwehsüchtig auf sein Ross,
packt das Nötigste ein bloss.
Heuer ist das Elsass dran,
was man gut verstehen kann.
In Etappen aufgeteilt,
er von Stadt zu Städtchen eilt.
Regelmässig wie die Uhr
meldet sich von seiner Tour
voll begeistert und verschwitzt
unser Freund. Er schreibt gewitzt
nach des Tages Räderlauf,
was er sah und sichtet’ auf.
Häuser, pittoresk, zum Malen,
haben ihm (uns auch) gefallen.
Darf ich für die nächste Tour
einen Hinweis geben nur?
Wie wär’s auch einmal rundum
um den Bodensee herum?
Boxenstopp in Frauenfeld!
Schön ist auch die kleine Welt!

Day 3: Saverne-Völkingen (Luxemburg-Tour)

Der neue Tag beginnt mit einem aussergewöhnlichen Frühstück im Hotel Garenne bei Saverne, wo wir sehr gut geschlafen haben.

Frühstück im Hotel Garenne

Wir beeilen uns, nach dieser schönen kulinarischen Erfahrung bald loszufahren, denn die heutige Etappe ist ziemlich weit und ausserdem sollte mein Sohn um 16 Uhr in Saarbrücken sein, damit er den gebuchten Flixbus erwischt.

Wir durchfahren gleich nach dem Start das schöne Städtchen Saverne ohne uns gross umzusehen, machen aber beim Kanalhafen eine Foto.

Kanalhafen bei Saverne

Hier warten wohl Hausboote auf die Vermietung. Wir fahren noch eine kurze Zeit dem Kanal entlang, bevor wir nach Norden abbiegen, um zum Naturschutzgebiet der nördlichen Vogesen zu gelangen, durch welches unsere heutige Etappe durchführt. Eine Zeitlang fahren wir dabei auf Autostrassen, aber zum Glück hat es sehr wenig Verkehr an diesem Sonntagmorgen.

Unterwegs in der Umgebung von Saverne

Bald schon biegen wir auf eine schmale «Passstrasse» ab, die uns auf einen kleinen Pass führt.

Schöner Aufstieg

Der Aufstieg gestaltet sich weniger happig als erwartet und führt uns durch eine grüne und beruhigende Waldlandschaft. Als wir oben sind, staunen wir, dass wir hier ein kleines Städtchen vorfinden mit schönen Häusern. Es heisst La Petite-Pierre.

La Petite-Pierre

Auf Französisch heisst das Naturschutzgebiet, in dem wir uns befinden, «Réserve Nationale de Chasse et Faune Sauvage de la Petite Pierre» und etwas nordöstlich davon «Parc Naturel Régional des Vosges du Nord». Es ist ein beeindruckend grosses Waldgebiet, das grenzüberschreitend bis nach Kaiserslautern reicht.
Wir fahren ohne Pause und gelangen auf kleineren Abfahrten in ein Tal, wo es einen schönen Fahrradweg hat.

Fahrradweg in der Nähe von Diemeringen

Es ist auffällig, dass die Ortsnamen hier aussschliesslich deutschen Ursprungs sind, obwohl wir uns in Frankreich befinden.
Als wir eine ruppige Steigung mit anschliessendem grober Kiesbelags-Natur-Strasse bewältigen müssen, ärgere ich mich ein wenig, denn wir hätten unten im Tal der Autostrasse folgen können, ohne diese Qualen auf uns zu nehmen. Immerhin haben wir hier eine tolle Aussicht.

Blick ins Weite bei Oermingen

Nach 60 km (!) machen wir die erste richtige Pause; es ist bereits 13 Uhr. Wir haben dafür aber wieder einen schönen Rastplatz gefunden.

Mittagspause in Wittring

Hier gelangen wir nun erstmals an die Sarre und dem zugehörigen Kanal, der sich «Canal des Houillères de la Sarre nennt. Offenbar wurde er früher benutzt, um die Steinkohle (la houille) von den Bergwerken in der Region abzutransportieren.


Am Sarre-Kanal

Es ist erstaunlich, dass dieser Kanal im Jahre 1862 bis 1866 erbaut wurde. Man fragt sich, wie das mit den damaligen Mitteln überhaupt möglich war.

Wir folgen nun bis Saarbrücken diesem Kanal. Das ist sehr bequem und wir kommen gut vorwärts, da wir zum Teil auch Rückenwind haben. So erreichen wir Saarbrücken rechtzeitig und haben sogar noch Zeit in einem Eis-Kaffee einen Erdbeerbecher zu vertilgen, bevor sich unsere Wege trennen.

Saarbrücken

Ich fahre alleine weiter und erreiche bald mein Etappenziel Völklingen, eine Industriestadt, die vor allem für ihre Stahl- und Kohleindustrie bekannt war, heute aber wegen der Krise in diesen Industrien an Bedeutung verloren hat und 1993 sogar als hässlichste deutsche Stadt bezeichnet wurde.

Ankunft in Völklingen

Das Hotel, in dem ich nächtige, liegt leicht erhöht am Waldrand und ist modern. Besonders gefällt mir die Terrasse, wo ich bei angenehmen Temperaturen das Nachtessen einnehme und an meinem Blog schreibe.

Nachtessen auf der Terrasse des Leonardo Hotels in Völkingen

So endet eine weitere schöne Etappe und ich bin gespannt, wie sich der morgige letzte Tag präsentieren wird.

Etappe 3: Saverne-Völkingen
Distanz: 104 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 15.9 km/h
hinauf: 760 m
hinab: 780 m
Übernachtung im Leonardo Hotel, Völkingen

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Day 2: Colmar-Saverne (Luxemburg-Tour)

Auch die zweite Etappe starten wir bei Sonnenschein und blauem Himmel. Es ist angenehm frisch als wir ca. um 9 Uhr Colmar verlassen und ein wenig wärmer als am Vortag. Bald schon erreichen wir wieder la véloroute du vignoble und wie der Name verrät, durchfahren wir wieder endlos scheinende Rebberge, die anmutige kleinere und grössere Dörfer beherbergen.

Auf der route du vignoble in der Nähe von Colmar

Unterwegs scheuchen wir einen Vogel auf, den ich in Natur noch nie gesehen habe; er sieht so aus:

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Was ist das für ein Vogel?

Richtig, es ist ein Wiedehopf, über den ich abends noch ein wenig recherchiere und herausfinde, dass es die Redewendung gibt «du stinkst wie ein Wiedehopf». Auch kann ich mich an das Lied «die Vogelhochzeit» erinnern, wo in einer Strophe dieser Vogel so zur Sprache kommt: Die Vogelhochzeit: „Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der Braut nen Blumentopf“.

Sehenswert sind die vielen kleineren und grösseren Weindörfer dir wir durchfahren, wie zum Beispiel Dambach-La-Ville.

Dambach-La-Ville.

Nach knapp 40 km machen wir unsere Mittagsrast an einem schön angelegten Plätzchen.

Mittagsrast

Wir suchen den Schatten, denn es in in der Zwischenzeit sommerlich warm geworden.

Auf der Weiterfahrt weist uns ein Schild darauf hin, dass wir in ein Dorf gelangen, welches offiziell zu den schönstern Dörfern Frankreichs zählt – es heisst Mittelbergheim.

Mittelbergheim

Nach ca. 60 km erreichen wir das sehr schöne Städtchen Obernai, in dem viel los ist und an jeder Ecke ein Restaurant die vielen Touristen verköstigt.

Obernai

Wenig später verlassen wir die véloroute du vignoble und gelangen auf einen tollen Fahrradweg, der auf einem ehemaligen Eisenbahntrassee angelegt ist und uns bis nach Saverne, unserem Zielort, führt.

Auf der «voie verte» (grünes Geleise) nach Saverne

Hier gibt es keine ruppigen Steigungen wie zuvor, sondern sanftes, gleichmässiges Hochsteigen, so dass die Steigungen kaum spürbar sind.

Statt Weinberge gibt es in dieser Region nun Kuhwiesen und Obstbäume.

Auf der Veloroute in der Nähe von Saverne

Um viertel nach fünf erreichen wir das etwas ausserhalb von Saverne leicht erhöht liegende Hotel, von wo aus man einen herrlichen Weitblick hat.

Blick vom Hotel Garenne bei Saverne

Wir bekommen ein schönes, helles Zimmer – nur das Bad ist etwas gewöhnungsbedürftig; es gibt nämlich keine Tür, dazu kommen grosse Fenster, die eine Intimität  beim Duschen verunmöglichen.

türloses Bad mit Fenster

Die Hotelküche, die wir nach der Dusche geniessen dürfen, begeistert uns dann aber restlos.

Die im Hause hergestellten Pommes, das Rindsfilet mit etwas Foie Gras (Entenleber) und der anschliessende Dessert sind «allererste Sahne».

Abendessen im Hotel Garenne, Saverne

Nach diesem ausserordentlich schönen Tag fallen wir müde in die Betten und während mein Sohn bald schon schläft, schreibe ich noch meinen Blog – das muss sein!

Etappe 2: Colmar – Saverne
Distanz: 95.8 km
Durchschnittsgeschwindigk.: 14,4 km/h
hinauf: 610 m
hinab: 530 m
Übernachtung im Hotel Garenne, Saverne

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